Integration von Lotus Notes/Domino mit ERP-SystemenArchitektur von Lotus Notes/DominoLotus Notes/Domino stellt das erfolgreichste non-relationale Datenbankverwaltungssystem unter deren, die am Markt angeboten werden. Dieser Erfolg erklärt sich durch eine Reihe von Faktoren wie Sicherheit auf Datensatzebene, Replikation, enge Integration mit Post- und Web-Systemen und integrierte Infrastruktur zur Verwendung der Public-Key- und Private-Key-Verschlüsselung und digitalen Signaturen. Sicherheit auf Datensatzebene bedeutet, dass jedes Dokument in der Datenbank über seine eigene Zugriffskontrolliste verfügt. Das gibt die Möglichkeit, für jeden Benutzer seine eigene Datenteilmenge oder sogar zwei Teilmengen zu erstellen: die erste darf der Benutzer modifizieren und die zweite — sehen. Replikation bedeutet die Möglichkeit, Kopien der Datenbanken, die sich an den verschiedenen Servern oder am Server und am Client-Computer befinden, zu synchronisieren. Jedes Feld jedes Dokuments beinhaltet der Zeitstempel, und die Replikation wird nach dem letzten Zeitwert durchgeführt. Da die Replikation auf der Ebene der einzelnen Felder durchgeführt wird, ermöglicht es, die Aussonderung von einer Meister-Replika und andere Einschränkungen betreffend Replikation in relationalen Datenbanken zu vermeiden. Zusammen mit der Sicherheit auf Datensatzebene, bietet Replikation einzigartige Flexibilität bei der Entwicklung verteilter Systeme, zB für Vernetzung entfernter Büros und Abteilungen in anderen Städten. Durch die Kombination dieser Eigenschaften ermöglicht Lotus Notes den Zugriff auf alle Funktionen der Applikationen, ohne Anschluss an Server. Benutzer nimmt Änderungen an der lokalen Replik der Datenbank vor und dann repliziert sie auf den Server, als er wieder vernetzt ist. Wichtig ist, dass sogar wenn ein fremder Benutzer eine Möglichkeit findet, an der lokalen Replik Änderungen vorzunehmen, die mit der Business Logik der Applikation nicht übereinstimmen, ein richtig entworfenes Sicherheitsmodell macht es unmöglich, diese Änderungen an den Server zu replizieren. ERP SystemeDie besten ERP Systeme werden auf der Basis der relationalen Datenbankverwaltungssysteme entwickelt, da sie zur Erstellung komplizierter Datenabfragen erforlderlich sind. Typische ERP Systeme wie SAP/R3 beruhen auf der Verwendung von zentralisierten Server und zentralisierten Datenlagern. Zugang zu diesen Daten wird auch zentralisiert verwaltet: Ein R3 Benutzer sieht alle Daten der Applikation, obwohl seine Möglichkeiten, diese Daten zu modifizieren, ist von der Business Logik beschränkt. In der Regel, die Einteilung von einheitlichen R3 in mehrere kleinere Teile oder unabhängige Abteilungen, ohne dass die Integrität zerstört ist, erweist sich als eine sehr schwierige Aufgabe. Mögliche IntegrationsszenarienAufgrund der obigen Beschreibungen kann man eine Schlussfolgerung ziehen, dass Lotus und ERP nicht konkurrierende sondern gegenseitig ergänzende Systeme sind. Eine der möglichen Integrationsstrategien besteht in der Verwendung von Notes als ein Transportmedium zur Einführung und Erfasung von Daten für ERP System. Die einführenden Primärdaten können sowohl die Vorschläge der Abteilungen oder sogar einzelner Mitarbeiter darstellen, als auch die Berichte über die Ausführung der Pläne. Solche Architektur ermöglicht, dass alle oder ein wesentlicher Anteil von Mitarbeitern das ERP System bei ihrer Arbeit nutzen. Ausser Sicherheit auf Datensatzebene, Replikation und Verschlüsselungstools, bietet diese Architektur auch einen relativ niedrigen Preis für Notes Client-Lizenz im Vergleich mit SAP/R3. Darüber hinaus, es ist auch möglich, die durch Notes durchlaufenden Daten vorzuverarbeiten, zum Beispiel, bei der Bestätigung der Berichte der Mitarbeiter von deren Abteilungsleitern. Die zweite Architektur schliesst eine losere Kopplung der Systeme ein. Sie verwendet Notes/Domino als eine Wissensdatenbank und ein System der vorläufigen Einschätzung der Vorschläge, die für Behandlung von den typischen SAP/R3 Business-Prozessen nicht bereit sind. Als der Vorschlag, der sich in der „Wissensdatenbank?g befindet, den erforderlichen Bereitschafts-zustand erreicht, initiiert er das Business-Prozess im ERP System. IntegrationstechnologienAus technologischer Sicht können diese Architekturen folgenderweise aufgeteilt sein: in der erste Verfahrensweise operieren ERP System und Notes mit denselben Daten, aber in verschiedenen Phasen des Daten-Lebenszykluses. Gemass der zweiten Architektur, werden unterschiedliche Daten in Notes und ERP System verwendet. Es ist offenbar, dass eine reale Applikation eine gemischte Struktur haben kann, wo einige Module näher der ersten Architektur sind, und andere der zweite Architekturtyp haben. Zur Interaktion im Rahmen des zweiten Modells bietet SAP einen spezialisierten Modul LSX (Lotus Software Extension, ein Plug-in Standard für Lotus Script, die integrierte Programmiersprache Lotus Notes/Domino). Durch die Verwendung dieses Moduls kann Notes Applikation den Zustand der SAP/R3 Objekte kontrollieren und verschiedene Operationen in R3 initiieren. Jedoch ist diese Technologie für den Massendatenaustausch ungeeignet, der für die erste Vorgehensweise erforderlich ist. Die allerbeste Ergebnisse im Rahmen der ersten Vorgehensweise werden durch die Verwendung von LEI (Lotus Enterprise Integrator, der getrennt gelieferte Modul von Domino Server) erzielt, der der Hochgeschwindigkeits-Datenaustausch zwischen Notes/Domino und anderen — relationalen und non-relationalen — Datenbankverwaltungssystemen gewährleistet. Datenaustausch kann von der Datenumsetzung und -Filterung begleitet werden. LEI beinhaltet einen spezialisierten Connector für den Datenaustausch mit SAP/R3. In diesem Artikel haben wir nur die relativ einfachen Szenarien der bilateralen Integration von ERP Systemen mit Notes behandelt. Kompliziertere Szenarien, die die anderen Datenquellen (zB Transaktionsserver und Applikationsserver, wie IBM WebSphere) einschliessen, werden später in einem separaten Artikel behandelt. |