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Russland:
Sicherer Hafen?
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Das realeWirtschaftswachstum in Russland wird nun schon im vierten Die Entwicklung in den Jahren 2000 und 2001 wurde neben hohen Die Investitionstätigkeit verlangsamt sich allerdings: Zum einen bewegen sich die ausländischen Direktinvestitionen noch auf niedrigem Niveau (2001: 1,0 Mrd. USD bzw. 0,4% des BIP). Vor allem aber wurde der wirtschaftliche Aufschwung der letzten Jahre nicht nur von einem starken Anstieg der Reallöhne und einem dadurch ausgelösten merklichen Anstieg des privaten Konsums begleitet, sondern auch von einem kräftigen Rückgang der Unternehmensgewinne. Da in Russland Investitionen kaum durch das Bankensystem, sondern hauptsächlich durch einbehaltene Gewinne finanziert werden, hat dies zu geringeren Zuwachsraten bei den Investitionen geführt. Im Jahr 2001 verlangsamte sich das Wachstum der Investitionen in realer Rechnung von fast 18% im Jahr 2000 auf knapp 9%. Trotz der geringeren Investitionsdynamik halten wir mittelfristig ein
Die Inflationsrate (Schaubild) ist langsamer gefallen als in den letzten Jahren geplant. Dies ist zu einem großen Teil Folge der notwendigen Anhebungen bei den staatlich kontrollierten Preisen, deren Gewicht im Konsumentenpreisindex schätzungsweise 15% beträgt. Betroffen waren von diesen Anpassungen die Preise von Versorgungs- und Trans-portdienstleistungen sowie Wohnungsmieten; die vorgenommenen Preisanhebungen sind für eine kostendeckende Bereitstellung dieser Leistungen unerlässlich. Die neue Führung der Zentralbank hat in diesem Jahr eine aktivere Geldpolitik signalisiert. Sie senkte den Schlüsselzinssatz, die deposit rate, im Mai von 12% auf 9% und im Juni weiter auf 5%.
Die russische Zentralbank kontrolliert die Abwertung des Rubels über |
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Die reale Aufwertung des Rubels hat Importgüter erschwinglicher gemacht. Daher ging der Anstieg des privaten Konsums mit einer höheren Importnachfrage einher. Gleichzeitig verringerten sich die Exporterlöse beträchtlich, so dass die Überschüsse in der Handelsbilanz 2002 geringer ausfallen. Obwohl der Aktivsaldo der Handelsbilanz im nächsten Jahr voraussichtlich weiter fallen wird, dürften 2002 und 2003 in der Leistungsbilanz bei abnehmender Tendenz komfortable Überschüsse in einer Größenordnung von USD 20-25 Mrd. (5-7% des BIP) verzeichnet werden. Im Jahr 2001 waren es sogar noch USD 34 Mrd. (11% des BIP).
Der Staatshaushalt verzeichnete in den vergangenen zwei Jahren stattliche
Überschüsse. Dies ist zu einem großenTeil auf den hohen
Ölpreis zurückzuführen; etwa ein Fünftel der Einnahmen
hängen über Ausfuhrzölle, Unternehmenssteuern und Förderabgaben
direkt vom Ölpreis ab. Für 2002 ist erstmals in der russischen
Geschichte ein Haushaltsüberschuss geplant. Außerdem enthält
das Budget eine Sicherung: Wenn die Ölpreise unter den im Basis-Szenario
angenommenen Preis von 18,5 USD/Bbl Ural fallen, können die öffentlichen
Ausgaben um etwa 10% gekürzt werden. Mit einem durchschnittlichen
Ölpreis 2002 von deutlich über 20 USD/Bbl kann wohl auch im
laufenden Jahr wieder ein Budgetüberschuss erzielt werden; angesichts
der in der ersten Jahreshälfte eingetretenen Planabweichungen dürfte
er allerdings deutlich geringer ausfallen als 2000 und 2001. Für
den Haushalt 2003 wird in den Planungen mit vorsichtigeren Annahmen zur
Ölpreisentwicklung gerechnet.
Die Auslandsverschuldung ist in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen
(Schaubild). Russland betreibt mittlerweile ein aktives Schuldenmanagement.
Eigens dafür ist die Einrichtung einer entsprechenden Agentur geplant.
So ist es gelungen, die abzusehende Spitze im Schuldendienst für
2003 durch vorzeitige Rückzahlungen im laufenden Jahr erheblich zu
reduzieren. Russland ist ferner bemüht, noch ausstehende Verbindlichkeiten
aus der sowjetischen Ära im Einvernehmen mit den Gläubigern
umzustrukturieren. Nach der für Russland günstigen Einigung
mit Deutschland über die Umrechnung vonTransferubelschulden dürften
die Gläubiger im Pariser und Londoner Club angesichts der russischen
Überschüsse im Haushalt und in der Leistungsbilanz kaum geneigt
sein, weitere größere Abschreibungen im Barwert ihrer Forderungen
hinzunehmen.
In ihrer zweijährigen Amtszeit haben Präsident Putin und seine
Regierung eine beachtliche Liste marktwirtschaftlich orientierter Reformen
auf den Weg gebracht (siehe Tabelle im Anhang). Ihre volle Wirkung werden
viele Maßnahmen, die in diesen Monaten in Kraft treten, erst in
einigen Jahren entfalten können. Ferner hängt ihr Erfolg entscheidend
von ihrer Implementierung ab. Rechtliche Bestimmungen müs sen auch
angewendet werden, insbesondere in entlegenen Provinzen. Schließlich
wird sich in der wirtschaftlichen Praxis weisen, ob die neuen Regelungen
Widersprüche enthalten oder ob sie der Ergänzungen bedürfen.
Ein neuer freiwilligerVerhaltenskodex für Unternehmen könnte
die Transparenz für Anleger erhöhen und so den Zugang russischer
Unternehmen zum internationalen Kapitalmarkt verbessern. Allerdings bleibt
abzuwarten, ob Marktkräfte hier ausreichen, um eine breite Anwendung
der neuen Regeln sicher zu stellen. Die OECD und die Welt-bank haben in
ihrem im April veröffentlichten Weißbuch der Corporate
Governance für Russland darauf hingewiesen, dass die Implementierung
und Durchsetzung von Corporate Governance Standards nun Vor rang haben
muss. Ob ab 2004 alle russischen Unternehmen Internalti onal Accounting
Standards verwenden werden, bleibt fraglich. |
![]() Wirkung der erlassenen Reformgesetze hängt von ihrer konsequenten Anwendung ab |
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Präsident Putins Popularität in der Bevölkerung ist dank
der wirtschaftlichen Erholung und des hohen Reformtempos sehr groß.
Die Zustimmungsrate liegt bei rund 70%. In der Außenpolitik hat
Russland nach den Anschlägen vom 11. September 2001 einen bemerkenswert
prowestlichen Kurs eingeschlagen. Viele Beobachter sehen vor dem Hintergrund
einer russisch-amerikanischen Partnerschaft im Kampf gegen den Terrorismus,
einer baldigen WTO-Mitgliedschaft Russlands und engerer Beziehungen zur
NATO den Beginn einer neuen Ära in den Beziehungen des Westens zu
Russland. Allerdings muss Putin innenpolitisch beweisen, dass sich die
neue Politik für Russland wirklich auszahlt Bisher ist sie mit einem
Verlust von russischem Einfluss in Zentralasien und in der Kaukasus-Region
einhergegangen. DieTolerierung militärischer Unterstützung der
USA für die ehemalige Sowjetrepublik Georgien ist hierfür ein
eindrucksvoller Beleg. Neuerdings deuten allerdings die russisch-amerikanischen
Meinungsverschiedenheiten in der Frage der internationalen Waffeninspektionen
im Irak darauf hin,
Der Staatshaushalt verzeichnete in den vergangenen zwei Jahren stattliche
Überschüsse. Dies ist zu einem großenTeil auf den hohen
Ölpreis zurückzuführen; etwa ein Fünftel der Einnahmen
hängen über Ausfuhrzölle, Unternehmenssteuern und Förderabgaben
direkt vom Ölpreis ab. Für 2002 ist erstmals in der russischen
Geschichte ein Haushaltsüberschuss geplant. Außerdem enthält
das Budget eine Sicherung: Wenn die Ölpreise unter den im Basis-Szenario
angenommenen Preis von 18,5 USD/Bbl Ural fallen, können die öffentlichen
Ausgaben um etwa 10% gekürzt werden. Mit einem durchschnittlichen
Ölpreis 2002 von deutlich über 20 USD/Bbl kann wohl auch im
laufenden Jahr wieder ein Budgetüberschuss erzielt werden; angesichts
der in der ersten Jahreshälfte eingetretenen Planabweichungen dürfte
er allerdings deutlich geringer ausfallen als 2000 und 2001. Für
den Haushalt 2003 wird in den Planungen mit vorsichtigeren Annahmen zur
Ölpreisentwicklung gerechnet.
An den Bondmärkten hat die höhere Kreditwürdigkeit Russlands
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Die Nachhaltigkeit des Wirtschaftsaufschwungs wird vor allem davon
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